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Review – Dungeon Duel

Das Review-Exemplar von Dungeon Duel wurde mir kostenfrei zur Verfügung gestellt. Es wurden keinerlei Vorgaben seitens des Verlages gemacht.

In Dungeon Duel duellieren sich zwei Spieler wie der Name vermuten lässt bei ihrem Weg durch einen Dungeon. Hierbei müssen sie im Kampf gegen den Mitstreiter und gegen die Einwohner des Dungeon bestehen. Das Spiel stammt vom Autor Zong-Hua Yang (genannt Bob) und herausgegeben vom taiwanischen Verlag Good Game Studio. Es ist bei einer Spieldauer von 30 Minuten für 2 Spieler ab 12 Jahren geeignet.

Das Spielmaterial

Das Spiel ist in der Hauptsache ein Kartenspiel mit dem ein fantasy-typischer Dungeon Crawl simuliert wird. Insgesamt kämpfen sich die beiden Helden durch bis zu drei Stockwerke. Jedes Stockwerk wird dabei durch einen Satz Karten repräsentiert in dem Monster, Fallen, Gefährten für die eigene Party und Ausrüstungsgegenstände verteilt sind. Außerdem je ein Kartensatz mit Heldenfähigkeiten und Magiekarten, Zählboards für Lebenspunkte und die sog. Seelenstufe sowie Fallenmarker. Dazu kommt noch eine Anleitung in chinesisch sowie englischer Übersetzung.

Die Stockwerkdecks kommen bis auf den Namen der Karten in der rechten oberen Ecke in Chinesisch und Englisch ganz ohne Text aus und bedienen sich einer recht einfach zu merkenden Symbolik. Die Magiekarten sind beidseitig bedruckt, Chinesisch auf einer Seite, Englisch auf der anderen. Für die Heldenkarten sind aufgrund des nötigen Textes separate Decks enthalten. Dank der unterschiedlichen Farben auf dem Kartenrücken sind die Kartenarten schnell voneinander getrennt. Besonders vorbildlich dass auch für die Heldenkarten der beiden Sprachen unterschiedliche Farben gewählt wurden.

Das Material macht insgesamt einen ordentlichen Eindruck und erscheint gut durchdacht und stimmig. Vom Artwork sollte man jedoch keine Wunder erwarten, hierbei handelt es sich zwar um passende aber auch eher durchschnittliche Fantasykost.

Mit gerade einmal 8 Seiten im Format A6 und einigen Illustrationen kommt die Anleitung recht übersichtlich daher, was leider etwas Anlass zur Kritik lässt (siehe Fazit).

Dungeon Duel: Spielmaterial

Dungeon Duel: Spielmaterial

Der Spielablauf

Zu Beginn einer Partie Dungeon Duel werden die Kartendecks gemäß ihrer Farbe aufgeteilt und gemischt. Die drei Stockwerkdecks bestehen aus 24, 23 und 22 Karten in die 1, 2 oder 3 Teufelskarten (Bossgegner) eingemischt werden um 25 Karten pro Stockwerk zu haben. Begonnen wird im 1. Stockwerk: Dazu werden die Karten in einem 5×5 Raster ausgeteilt wobei die Karten schachbrettartig jeweils offen und verdeckt ausgelegt werde, die unterste Zeile wird offen ausgelegt. Nachdem der Startspieler entschieden wurde, werden von den 15 Heldenkarten 7 gezogen und offen ausgelegt. Der Startspieler wählt zunächst eine Heldenkarte, der Gegner dann 2 Karten, der Startspieler 2 Karten und der Gegner noch eine aus den verbleibenden beiden Karten. Nun kann der Dungeon Crawl beginnen!

Die Spieler wählen die unterste Karte einer Spalte und können eine von 5 Aktionen nutzen:

  • Benutzen: Monster bekämpfen, Gefolge rekrutieren, Waffe anlegen etc.
  • Rasten: Um Lebenspunkte wieder herzustellen
  • Lernen: Der Held lernt eine neue Fähigkeit, die ab sofort in zulässigen Situationen ausgelöst werden kann
  • Opfern: Gegen Lebenspunkte darf noch eine Karte gewählt werden
  • Entfernen: Die Karte wird ohne eine Aktion auszuführen abgeworfen

Die jeweiligen Effekte werden ausgelöst und Belohnungen ausgeteilt wie beispielsweise ein Aufstieg im Seelenlevel bei einem Sieg über ein Monster. Ist nach dem Zug die unterste Karte einer Spalte verdeckt, wird diese aufgedeckt und der Gegenspieler ist am Zug.

Das Spielziel

Spielziel in Dungeon Duel ist der mächtigere Held im Dungeon zu werden. Hierzu gibt es im Spielverlauf einige Bedingungen die einen sofortigen Sieg erlauben: Das eigene Seelenlevel übersteigt das des Gegners um 4 Level, ein Spieler hat alle 6 Arten Elementarmonster besiegt, die Lebenspunkte des Gegners sind auf null gefallen. Sollte keine der sofortigen Siegbedingungen erreicht werden und die letzte Karte im 3. Stockwerk ausgespielt worden sein, entscheidet das höhere Seelenlevel über den Sieg. Die Lebenspunkte dienen hierbei als Tie-Breaker.

Dungeon Duel: Beispiel-Aufbau für erste Ebene

Dungeon Duel: Beispiel-Aufbau für erste Ebene

Urteil der Testrunden & Fazit

Das Spiel ist aufgrund seiner wenigen Regeln schnell erklärt und bietet schnellen Spaß mit einem fantasy-affinen Partner. Dungeon Duel eignet sich für eine schnelle Runde zwischendurch oder als Opener/Absacker zu zweit. Die Anleitung sowie einige der Beschreibungen auf den Heldenkarten bieten jedoch Anlass zur Kritik. Mangels Chinesisch-Kenntnissen kann ich jedoch leider nicht sagen ob dies auch in den chinesischen Originalregeln unklar ist oder an der englischen Übersetzung liegt.

Unklar ist bei den Heldenkarten ab wann genau deren Effekte im Spiel ausgelöst werden. Vor allem wann genau die Karten mit dem Schlüsselwort Immediately auszulösen sind. Besonders auffällig hierbei die Karte Pope (Papst). Heldenkarte des Seelenlevel 1 mit Anweisung, dass die Lebenspunkte sofort um 8 erhöht werden. Bei den gespielten Runden haben wir uns an dieser Stelle mit Hausregeln behelfen müssen, so dass die Heldenkarte mit Erreichen des entsprechenden Seelenlevel einmalig der Soforteffekt auslöst und sofern Dauereffekte enthalten sind diese für den Rest des Spiels entsprechend genutzt werden. Allerdings könnte aber auch genauso gut gemeint sein, dass zum Aktivieren erst die Aktion „Lernen“ genutzt werden muss, da diese Aktion ansonsten ungenutzt bleibt und gestrichen werden könnte.

Im chinesischen Teil der Anleitung findet sich eine Seite zu den Helden- und Magiekarten, diese fehlt jedoch in der englischen Übersetzung und hätte sicherlich einiges an Kopfzerbrechen erspart. Aus einem Scan der betreffenden Seite mit dem Google Übersetzer geht jedoch immer noch nicht ganz hervor ob die Heldenkarten zunächst noch durch die Aktion „Lernen“ aktiviert werden muss oder automatisch aktiviert ist bei Erreichen des Seelenlevel. Hier hätte eine Ausweitung der Anleitung auf 12 Seiten je Sprache sicherlich nicht geschadet um an der einen oder anderen Stelle noch etwas ins Detail zu gehen. Einige Karten-Effekte könnten so auch auf 3-4 Seiten statt auf nur einer Seite beschrieben werden wie in der vorliegenden Ausgabe der Fall.

Sofern die kleinen Unklarheiten in der (englischen) Anleitung in zukünftigen Auflagen beseitigt sind, muss man sich auch nicht mit Hausregeln bei den Helden- und Magiekarten behelfen.

In keiner der Testrunden die ich gespielt habe wurde das Ende des dritten Stockwerk erreicht sondern immer eine der Siegbedingungen vorher ausgelöst. Besonders ab dem zweiten Stockwerk muss man aufpassen nicht zuviel Gesundheit zu verlieren und gleichzeitig den Gegenspieler nicht zu weit im Seelenlevel enteilen zu lassen. Zum Rasten gezwungen zu sein während der Gegner Monster schnetzelt kann schnell tödlich werden, genauso wie der eben aufgedeckten Falle zum Opfer zu fallen, die der Gegner bei geringer Gesundheit doch gerne nutzt.

Alles in allem bleibt Dungeon Duel ein kurzweiliger Dungeon-Spaß, der aufgrund der unterschiedlichen Heldeneffekte einige Taktiken erlaubt und die Wiederspielbarkeit etwas erhöht. Um hier den Vergleich zu einem MMORPG zu ziehen ist dieser Dungeon Crawler kein Schlachtzug mit epischen Herausforderungen sondern der schnell erledigte Daily Dungeon.


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